651 Forschungsprojekte insgesamt
Gefördert durch:
BMBF

Nachfolgeprojekt gestartet

FFVT

Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer

Forced Migration and Refugee Studies: Networking and Knowledge Transfer

Auf „Flucht: Forschung und Transfer“ folgt das Verbundvorhaben „Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer (FFVT)“.

Das ebenfalls vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Nachfolgeprojekt hat Anfang dieses Jahres begonnen. Besuchen Sie die neue FFVT-Projekt-Webseite https://ffvt.net

Die Projektdatenbank und die interaktive Karte zur Forschungslandschaft der Flucht- und Flüchtlingsforschung in Deutschland werden im Rahmen des FFVT-Projekts fortgeführt. Aktuelle Informationen sind ausschließlich über die neue FFVT-Website abrufbar.

Flucht: Forschung und Transfer.

Flüchtlingsforschung in der Bundesrepublik Deutschland

Seit dem Beginn des Anstiegs der Zahl der Asylsuchenden in der Bundesrepublik 2011 ist die Nachfrage nach wissenschaftlicher Expertise in Politik, Administration, Praxis, Medien und Öffentlichkeit kontinuierlich gestiegen. In diesem Kontext ist die fehlende Vernetzung und Bündelung der Forschung zu Fragen von Gewaltmigration, Flüchtlingspolitik und (Re-)Integration von Flüchtlingen ebenso sichtbar geworden wie der geringe Grad an Aufbereitung wissenschaftlicher Herangehensweisen und Einsichten sowie der mangelnde Transfer der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse in die politischen und öffentlichen Debatten.

Projekt des Tages

Hier werden täglich wechselnd, zufällig aus der Datenbank ausgewählte Projekte vorgestellt:

Erzwungenes und selbstgewähltes Exil – die Kultivierung des Exilantentums und seine Auswirkungen auf Theologie und Gesellschaft

  • Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) – Leibniz-Gemeinschaft Leitung

Das Projekt setzte bei der Forschungshypothese an, dass die Exilerfahrung in den sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts konfessionell lutherisch konsolidierenden Gruppen in charakteristischer Weise theologisch aufbereitet und überhöht wurde. Dies zeigt sich vor allem in der ab 1548 in Druckschriften auftauchenden Selbstbezeichnung »Exul« oder »Exul Christi«, die zu einem regelrechten Ehrentitel von Vertretern einer bestimmten lutherischen Theologie heranwachsen konnte. Das Exil bzw. die Exilerfahrung wurde zur Legitimierung der eigenen Lehre und daraus sich ableitenden Handlungsoptionen instrumentalisiert und gezielt eingesetzt. Abgrenzung von als falsch angesehenen theologischen Positionen vollzog man also nicht nur »via negativa«, d.h. über Abgrenzung, Polemik und Verwerfungen, sondern auch »via positiva«: d.h. das erduldete Exil wurde als Beleg für die eigene »Orthodoxie« gegenüber der – vermeintlichen – Irrgläubigkeit der Mehrheit stark gemacht. Das Exil selbst erwies sich weniger als Gruppenphänomen als vielmehr als Erfahrung einer Funktionselite. Vertreibung und Exil waren deshalb u.U. nicht nur Auswirkungen von Zwang und Gewalt, sondern konnten durch oppositionelles Verhalten, vor allem gegenüber der Obrigkeit, auch provoziert werden. Von daher wird verständlich, dass Migrationswege lutherischer Exilanten oft auch an ihren Ausgangspunkt wieder zurückführten, sofern sich dies einrichten ließ.