Das Promotionsvorhaben untersucht, wie das Recht auf Asyl in den ersten fünf Jahrzehnten nach Kriegsende in der Bundesrepublik unter Verweis auf die Menschenrechte diskursiv verhandelt wurde. Dabei wird aus der Perspektive der öffentlichen Diskussionen um das Asylrecht deren Verflechtung mit der Entwicklung der ""diskursiven Ressource"" (Annette Weinke) Menschenrechte in den Blick genommen. Wann, von wem und mit welchen Intentionen wurde das Asylrecht als unveräußerliches Menschenrecht dargestellt und unterstützt? In welchen Kontexten und in welchen Phasen der Geschichte der Bundesrepublik wurde es bestritten? Wer waren die Akteure und Akteurinnen hinter dem ""Menschenrecht Asyl"", was waren ihre Motive? Es soll gezeigt werden, wie Asyl- und Menschenrechtsdiskurse verflochten waren und wie sie sich zu anderen bestimmenden Faktoren im Artikulations- und Aushandlungsraum der gesellschaftlichen Selbstverständigung der Bundesrepublik verhielten. Als solche Faktoren werden im Sinne einer Hypothese vor allem die Deutungskonflikte um die deutsche Vergangenheit und die ideologischen Auseinandersetzungen des Kalten Krieges betrachtet. Beide Aspekte schlossen immer auch die Frage nach dem Verständnis von Nation und Nationalität ein.
Nachfolgeprojekt gestartet
Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer
Forced Migration and Refugee Studies: Networking and Knowledge Transfer
Auf „Flucht: Forschung und Transfer“ folgt das Verbundvorhaben „Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer (FFVT)“.
Das ebenfalls vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Nachfolgeprojekt hat Anfang dieses Jahres begonnen. Besuchen Sie die neue FFVT-Projekt-Webseite https://ffvt.net
Die Projektdatenbank und die interaktive Karte zur Forschungslandschaft der Flucht- und Flüchtlingsforschung in Deutschland werden im Rahmen des FFVT-Projekts fortgeführt. Aktuelle Informationen sind ausschließlich über die neue FFVT-Website abrufbar.
Flucht: Forschung und Transfer.
Flüchtlingsforschung in der Bundesrepublik Deutschland
Seit dem Beginn des Anstiegs der Zahl der Asylsuchenden in der Bundesrepublik 2011 ist die Nachfrage nach wissenschaftlicher Expertise in Politik, Administration, Praxis, Medien und Öffentlichkeit kontinuierlich gestiegen. In diesem Kontext ist die fehlende Vernetzung und Bündelung der Forschung zu Fragen von Gewaltmigration, Flüchtlingspolitik und (Re-)Integration von Flüchtlingen ebenso sichtbar geworden wie der geringe Grad an Aufbereitung wissenschaftlicher Herangehensweisen und Einsichten sowie der mangelnde Transfer der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse in die politischen und öffentlichen Debatten.
Projekt des Tages
Hier werden täglich wechselnd, zufällig aus der Datenbank ausgewählte Projekte vorgestellt:
Menschenrecht Asyl. Gesellschaftliche Selbstverständigungsdebatten in Deutschland 1945-1995
- Historisches Institut – Universität Jena Leitung