In der stationären Kinder- und Jugendhilfe gilt als eine grundlegende Anforderung, die Eltern der Kinder und Jugendlichen, die in Heimen oder Wohngruppen untergebracht sind, in die Arbeit einzubeziehen. In Zusammenhang mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten, die in Inobhutnahmeeinrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe oder Gastfamilien untergebracht sind, ist dies zumeist nicht der Fall. Gleichzeitig haben die Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern im Herkunftsland oder an anderen Orten in Europa oder auf der Flucht häufig über digitale Medien wie Viber, Skype, Facebook, WhatsApp oder ähnliche Kontakt. In diesem Zusammenhang entstehen Loyalitätskonflikte, Widersprüche zwischen Wünschen und Anforderungen der Herkunftsfamilie bzw. -eltern und den Normen und Rahmenbedingungen der Kinder- und Jugendhilfe im Aufnahmeland. Dieses Projekt hat zum Ziel, ein Konzept für die Elternarbeit mit Eltern unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter auf digitalem Weg, unter Einbeziehung von Eltern, Jugendlichen, Vormündern, DolmetscherInnen, Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe und Trägern zu entwickeln und wissenschaftlich begleitet in einer Pilotphase zu erproben.
Nachfolgeprojekt gestartet
Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer
Forced Migration and Refugee Studies: Networking and Knowledge Transfer
Auf „Flucht: Forschung und Transfer“ folgt das Verbundvorhaben „Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer (FFVT)“.
Das ebenfalls vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Nachfolgeprojekt hat Anfang dieses Jahres begonnen. Besuchen Sie die neue FFVT-Projekt-Webseite https://ffvt.net
Die Projektdatenbank und die interaktive Karte zur Forschungslandschaft der Flucht- und Flüchtlingsforschung in Deutschland werden im Rahmen des FFVT-Projekts fortgeführt. Aktuelle Informationen sind ausschließlich über die neue FFVT-Website abrufbar.
Flucht: Forschung und Transfer.
Flüchtlingsforschung in der Bundesrepublik Deutschland
Seit dem Beginn des Anstiegs der Zahl der Asylsuchenden in der Bundesrepublik 2011 ist die Nachfrage nach wissenschaftlicher Expertise in Politik, Administration, Praxis, Medien und Öffentlichkeit kontinuierlich gestiegen. In diesem Kontext ist die fehlende Vernetzung und Bündelung der Forschung zu Fragen von Gewaltmigration, Flüchtlingspolitik und (Re-)Integration von Flüchtlingen ebenso sichtbar geworden wie der geringe Grad an Aufbereitung wissenschaftlicher Herangehensweisen und Einsichten sowie der mangelnde Transfer der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse in die politischen und öffentlichen Debatten.
Projekt des Tages
Hier werden täglich wechselnd, zufällig aus der Datenbank ausgewählte Projekte vorgestellt:
Digitale Elternarbeit in der Jugendhilfe mit Geflüchteten
- Humanwissenschaftliche Fakultät – Universität zu Köln Leitung